Wert 8: Dankbarkeit – Steigere die Zufriedenheit in eurer Familie

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Warum es sich lohnt, Deinen Kindern Dankbarkeit beizubringen

Nach dem Selbstbewusstsein gelangen wir nun zur Dankbarkeit. Oft wird bei Tipps zum Selbstbewusstsein auch zur Dankbarkeit geraten, weil durch Dankbarkeit so viele positive Effekte entstehen. Welche, das werden wir uns nun anschauen.

 

Was ist Dankbarkeit?

Was verbindest Du selbst mit Dankbarkeit? Das kann sehr unterschiedlich sein, je nachdem, ob Du ein gläubiger Mensch bist, oder nicht. Denn bei der Dankbarkeit schwingt immer mit, dass man sich jemandem außerhalb des eigenen Selbst verbunden fühlt. Dass man sich demjenigen gegenüber erkenntlich zeigen möchte. Man kann anderen Menschen dankbar sein, Gott, oder auch einfach dem Leben. Interessanterweise findet man Dankbarkeit bei allen Kulturen und Völkern *, sie scheint also tief in uns verwurzelt zu sein.

Möchtest Du, dass Deine Kinder Dankbarkeit empfinden und ausdrücken können? Wenn sie Dir und anderen aus eurem Umfeld ihre Dankbarkeit ausdrücken, dann freut das Dich sicher. Aber abgesehen vom Erfreuen desjenigen, an den der Dank gerichtet ist, gibt es noch viele weitere Aspekte, die die Dankbarkeit zu einem wichtigen Wert machen.

Bei der Dankbarkeit konzentriert man sich sehr intensiv auf Schönes, auf Dinge, die einem positiv auffallen. Das kann man üben, dann fällt einem zunehmend immer mehr auf, worüber man dankbar sein kann.

Worüber kann man zum Beispiel dankbar sein? Über geliebte Menschen, unser direktes Umfeld (Zimmer, Wohnung, Straße, Ort…), geliebte Tätigkeiten oder Hobbies, eigene Eigenschaften und Stärken, Schönheit in der Natur (Tiere, Pflanzen, Landschaften…), nette Gesten anderer Menschen…

Meine nun 6-Jährige sagte an ihrem Geburtstag ganz plötzlich zu mir (ich hab es direkt aufgeschrieben, um es als Erinnerung behalten zu können): „Danke, dass Du ein Kind haben wolltest und dass ich es geworden bin!“. Was für ein rührender Dank!

 

Warum ist Dankbarkeit wichtig?

Viele Studien fanden Zusammenhänge zwischen der Dankbarkeit und der psychischen Gesundheit sowie der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Und diese Zusammenhänge waren für die Dankbarkeit sogar stärker als für jeden anderen Charakterzug (z.B. Hoffnung, Optimismus, Mitgefühl). Auch die körperliche Gesundheit dankbarer Menschen ist besser als die Gesundheit weniger dankbarer Menschen. Dankbarere Menschen genesen sogar schneller von Krankheiten.

Zudem sind Menschen, die dankbarer sind, weniger anfällig für Stress und negative Gefühle, so dass Dankbarkeit als Prävention vor psychischen Störungen angesehen wird. Jugendliche, die Dankbarkeits-Tagebücher führten, halfen anderen eher, machten mehr Sport und hatten sogar einen besseren Schlaf als Jugendliche, die sich nicht auf die Dankbarkeit konzentrierten.  *.

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Wie kannst Du Dankbarkeit bei Deinen Kindern fördern?

Wie bei den anderen Werten kann auch bei der Dankbarkeit Dein Vorbild allein schon viel bewirken. Wenn Du also etwas bemerkst im Alltag, für das Du dankbar bist, dann spreche es doch einfach aus. Damit Deine Kinder es hören und vielleicht entspinnt sich dadurch ja ein Gespräch darüber, wofür sie auch dankbar sind.

Dankbarkeit resultiert auch aus einer besonderen Perspektive heraus. Aus einem Blick, der die Aufmerksamkeit auf das Schöne legt. Spreche mit Deinen Kindern darüber, worüber ihr dankbar sein könnt. Am besten lässt sich die Dankbarkeit in den Alltag integrieren, wenn ihr es euch z.B. zur Routine macht, dankbar zu sein. Wenn ihr z.B. an der roten Ampel nennt, wofür ihr dankbar seid (bis sie grün wird) oder wenn ihr Abends als schönes Ritual vor dem Schlafengehen am Bett ein paar Dinge benennen könnt, für die ihr dankbar seid.

Oder ihr legt als Familie ein Dankbarkeits-Tagebuch an, in das ihr regelmäßig schreibt (täglich? Am Wochenende?)? Oder nehmt ein Blatt Papier mit Kästchen und jeder von euch sucht sich eine Farbe aus. Dann darf man z.B. nach dem Abendessen sagen, wofür man dankbar war und für jede Nennung darf derjenige ein Kästchen in seiner Farbe ausmalen. So entsteht Kästchen für Kästchen ein schönes gemeinsames Bild der Dankbarkeit.

Eine sehr schöne Idee ist auch ein Dankbarkeits-Glas, in dem man Zettel sammelt. So kann jedes Familienmitglied die Dinge aufschreiben, für die es dankbar ist und sie werden alle zusammen im Glas gesammelt. Und zum Beispiel am Jahresende in der Silvesternacht zusammen angeschaut? Oder man nimmt jeweils die Zettel eines ganzen Monats (oder einer Woche, je nachdem, wie schreibfreudig die Familie ist) und fotografiert sie jeweils immer zusammen, bevor man sie weg wirft. So hätte man dann übers Jahr hinweg regelmäßig eine Dokumentation der schönsten Momente und Erkenntnisse der Dankbarkeit.

 

Was kannst Du nun tun?

  • Nehme Dir vor, mindestens 5 Dinge über den Tag verteilt zu finden, für die Du dankbar bist und das dann auch vor Deinen Kindern auszusprechen. Um ihnen ein Vorbild der Dankbarkeit zu sein.
  • Suche Dir aus, auf welche Art ihr Dankbarkeit in euren Alltag integrieren möchtet. Möchtet ihr Momente der Dankbarkeit miteinander besprechen oder lieber aufschreiben? Wo und wie möchtet ihr diese Momente sammeln? Einige Anregungen sind ja oben genannt, aber vielleicht fallen euch ja noch ganz andere ein (dann gerne her damit in den Kommentaren, die interessieren mich auch!).
  • An welcher Stelle im Tagesablauf könnte euer Dankbarkeits-Ritual am besten passen? Suche Dir eine Zeit aus und versuche, das Ritual so in euren Alltag zu integrieren. Passt es vielleicht am Morgen, direkt beim Aufwecken? Oder bei noch recht verschlafenen oder morgenmuffeligen Kindern eher beim Frühstück? Oder ist es da zu hektisch und passt besser Abends am Bett? Da ergibt sich die Möglichkeit, Momente des Tages zu benennen, in denen man dankbar war oder für die man nun im Nachhinein dankbar ist.

 

Ich bin gespannt, wie Du die Dankbarkeit in euren Familienalltag integrierst und wünsche Dir viel Freude dabei!

 

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Dankbarkeit fördern – Steigere die Zufriedenheit Deiner Familie

Literatur:
* Emmons, R. A., & Stern. R. (2013). Gratitude as a Psychotherapeutic Intervention. Journal of Clinical Psychology, 69 (8), 846-855.

 

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3 Kommentare zu „Wert 8: Dankbarkeit – Steigere die Zufriedenheit in eurer Familie“

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