Wie Du den richtigen Putzplan erstellst und Deine Kinder zum Helfen motivierst!

Kinde motivieren zum Helfen bei Pflichten und Aufgaben im Haushalt

Ein altersgerechter Putzplan, der Batman-Effekt und weitere psychologische Tricks zur Motivation

Nach der Theorie (warum es Kinder erfolgreicher macht, wenn sie im Haushalt mithelfen, siehe hier: Wie Du Deine Kinder erfolgreicher machst und Dich gleichzeitig entlastest) kommen wir zur Praxis, die sich z.B. mit einem Putzpan durchsetzen lässt.

Habt ihr einen Putzplan oder Haushaltsplan? Oder irgendein System, um Aufgaben in eurem Haushalt zu verteilen? Weißt Du, wie Du Deine Kinder am besten motivierst zum Mithelfen im Haushalt?

Falls Du nach einem System suchst und Deine Kinder gerne zum Mithelfen motivieren möchtest, dann bist Du hier richtig.

Allerdings werde ich Dir hier kein System vorschreiben, sondern Dir Anregungen geben, mit denen Du hoffentlich das perfekte System für euren Haushalt entwickeln kannst. Denn das ist von euren Vorlieben, dem Entwicklungsstand und dem Temperament eurer Kinder abhängig.

Unseren Putzplan kannst Du Dir als Newsletter-Abonnent in meiner „Schatzkiste“ (hier: Schatzkiste: Inhalte zum Download für meine Newsletter-Abonnenten) runterladen und für euch anpassen. Oder für 1,99€ bei mir kaufen (siehe Info in der Datenschutzerklärung). Möchtest Du den Newsletter abonnieren, dann findest Du unten das Formular dazu.

Ein paar psychologische Tricks zur Motivation der Kinder liefere ich noch mit und hoffe, dass sie auch bei euch erfolgreich sind.

 

Wie Du Deine Kinder am besten anleitest

  • Kleine Kinder schauen zunächst hauptsächlich zu und können einzelne Teilschritte übernehmen oder dabei helfen (z.B. beim Kochen oder backen, mit Wasser die Fenster „vorputzen“, Sachen vorsortieren, etwas anreichen…).
  • Je älter das Kind wird, desto mehr Teilschritte kann es dann übernehmen, bis es irgendwann die komplette Tätigkeit selbst kann.
  • Um ältere Kinder anzulernen schaut man am besten, wie es das Kind am einfachsten aufnimmt. Unsere Kinder lassen sich leider nicht so gern durch uns Eltern anleiten oder gar „belehren“. Da half es, wenn ich ihnen gesagt habe, dass ich ihnen die einzelnen Schritte einmal zeige (z.B. beim Putzen im Bad). Ich habe die einzelnen Schritte kurz vorgemacht oder erklärt wie ich es mache und worauf man achten muss. Dann durften sie sie schon gleich selbst ausführen. Wenn mir von Mal zu Mal aufgefallen ist, dass etwas besser gemacht wurde, habe ich das jeweils lobend hervorgehoben. Somit wurden sie nochmal darin bestärkt, dass es so richtig ist.
  • Anlern-Helfer suchen. Eine weitere Möglichkeit zum Anlernen, gerade wenn die Kinder sich nicht gern von den Eltern was sagen lassen: gibt es vielleicht einen großen Cousin, eine Cousine oder ein älteres Nachbarkind, einen Babysitter oder sonst jemand, den Dein Kind anhimmelt? Sicher nimmt Dein Kind es noch besser an, wenn derjenige es anleiten kann für einzelne Tätigkeiten. Am besten fragst Du vorher nach, ob derjenige diese Tätigkeiten zu Hause auch durchführt und wie das geschieht, nicht dass Du nachher unglücklich bist über eine falsche Anleitung.
  • Ganz wichtig: Nimm Dich grundsätzlich, und vor allem am Anfang mit der Kritik sehr zurück und erwarte kein perfektes Ergebnis! Erstmal geht es darum, dass das Kind die Aufgabe überhaupt durchführt. Und in einem Haushalt mit Kindern darf man ruhig sehen, dass die Kinder mit putzen! Ich habe es so gelöst, dass ich manchmal in einer anderen Situation einen Kommentar einfließen ließ, wie z.B. beim Essen „mir war noch eingefallen, dass ich Dir sagen wollte, dass ich es beim Waschbecken putzen immer … mache, damit auch der Bereich um den Wasserhahn herum richtig sauber wird“. So konnte ich loswerden welcher Bereich noch besondere Beachtung benötigte, und es war keine Kritik oder direkte Anleitung in der Putzsituation selbst. Oft konnte ich danach dann sehen, dass der Tipp umgesetzt wurde.
  • Achte darauf, die Kinder nicht miteinander zu vergleichen. Das schürt nur Missgunst unter den Geschwistern. Ihr Temperament wirkt sich aus auf ihre Art, die Aufgaben zu erledigen. Der eine achtet eher auf Details und erledigt die Pflichten vielleicht gründlicher, dafür aber langsamer. Der andere ist vielleicht eher unachtsam und oberflächlicher beim Erledigen der Aufgaben, kann dafür aber mehr schaffen in der gleichen Zeit. Das Ziel sollte es sein, dass die Kinder die Aufgaben mit immer besserem Ergebnis selbständig erledigen können. Vergleiche die Leistung jedes Kindes am besten nur mit seiner eigenen vorherigen Leistung.

 

Kinder zur Mithilfe im Haushalt motivieren mit dem Batman-Effekt
Motiviere Deine Kinder zur Hausarbeit mit eurem Putzplan und psychologischen Motivations-Tricks

Ausrüstung

  • Ein eigenes Putz-Set. Unsere Große hatte sich 2015 zum Weihnachtsfest tatsächlich „ein Putzset“ gewünscht (das hat sie nicht von mir!). Daher bekamen unsere beiden großen Mädels (da 7 und 4 Jahre alt) zu Weihnachten jeweils ein Set mit Lappen, einer Sprühflasche und einem kleinen Plastikbehälter, in dem sie ihre Putzsachen aufbewahren können. Ich rate jetzt aber nicht grundsätzlich zu diesem Geschenk, sondern würde es anderen Kindern einfach so schenken statt zu einem Anlass. Ich finde es hilfreich, wenn sie ihre eigenen Sachen haben. Es gibt ja auch lustig buntes Putzzeug. Unsere beiden haben sich dann richtig über das Set und den Putzplan gefreut und waren (zumindest eine Zeit lang) sehr motiviert dabei.
  • Die richtigen Reinigungsmittel. Gerade bei kleineren Kindern müssen ungiftige Mittel verwendet werden. Unsere Kinder haben selbstgemachtes Putzmittel in ihren Sprühflaschen. Im Zweifel würde ich lieber später nochmal selbst was nachputzen als ein Risiko einzugehen. Bei älteren Kindern lassen sich dann ja auch Putzhandschuhe verwenden, wenn sie alt genug sind, um vorsichtig mit den Mitteln umgehen zu können.

 

Verteilung der Pflichten

Am besten findet ihr durch Ausprobieren heraus, was am besten zu euch und eurer momentanen Situation passt. Ein paar Fragen zur Anregung:

  • Sollen die Aufgaben täglich, wöchentlich, monatlich oder erstmal gar nicht neu vergeben werden?
  • Werden die einzelnen Pflichten von jedem mal übernommen oder gibt es Tätigkeiten, denen eine feste Person zugeteilt ist (z.B. wenn ein Kind ein Haustier hat)?
  • Bei uns ist das Aufräumen der eigenen Zimmer selbstverständlich. Es steht zwar mit auf dem Plan, damit sie sich freuen können, wenn sie es abhaken dürfen. Und es ist klar, dass diese Aufgaben nicht getauscht werden.
  • Wenn die Tätigkeiten zufällig verteilt werden sollten, dann könnte man z.B. Zettel mit den Tätigkeiten in ein Glas füllen. Und jeder übernimmt dann die Pflichten, die er gezogen hat. Oder jeder zieht jeden Tag ein oder zwei Aufgaben, die er dann zu erledigen hat.
  • Sollen die Aufgaben an bestimmten Wochentagen oder sogar zu bestimmten Zeiten durchgeführt werden oder nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums (in dieser Woche)? Bei kleineren Kindern könnte man überlegen, zu welcher Zeit es am besten passen würde und den Zeitpunkt dann vorgeben. Größeren Kindern würde ich mehr Freiheiten lassen, es schult ja ihre Planungs- und Organisationsfähigkeiten, wenn sie die Tätigkeiten eigenständig in ihrem Alltag unterbringen müssen.
  • Bekommt jeder die gleiche Anzahl an Pflichten auf dem Putzplan (und die Eltern achten darauf, dass es kleinere Aufgaben sind für die kleineren Kinder)? Oder gibt es z.B. je nach Alter eine bestimmte Anzahl an Pflichten?

 

Umgang mit den Pflichten

Auch hier könnt ihr einige Fragen beantworten, um euch darüber klar zu werden, wie ihr mit den Pflichten und ihrer Erledigung umgehen möchtet.

  • Wie geht ihr damit um, wenn Aufgaben nicht erledigt wurden? Oder wenn zusätzliche Tätigkeiten übernommen werden? Ich bin eher für die Belohnung zusätzlicher Aufgaben als für Strafen bei unerledigten Pflichten.
  • Wenn euer Putzplan nicht funktioniert oder Pflichten wiederholt nicht erledigt werden, dann setzt euch zusammen. Oft kommen Kinder auf gute Ideen, wenn man sie fragt, woran es denn liegen könnte, dass die Aufgabe nicht erledigt wurde. Und was das Kind tun könnte, um die Tätigkeit wie verabredet zu erledigen. Vielleicht möchte das Kind sich selbst eine Erinnerung irgendwohin hängen? Oder die Aufgabe zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigen, um daran zu denken?
  • Wollt ihr den Kindern Geld bezahlen für die Übernahme von Pflichten im Haushalt? Durch die Bezahlung regelmäßiger Tätigkeiten im Haushalt gehen einige positive Aspekte verloren. Die Erledigung der Aufgaben wird von den Kindern eher als „Job“ angesehen statt als Beitrag zur Familiengemeinschaft. Außerdem werden die positiven Effekte fürs Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit („ich trage etwas Hilfreiches bei“) reduziert. Man sollte sich überlegen, ob man so Kinder aufziehen möchte, dass sie womöglich auch später für jeden Dienst eine Entlohnung fordern, weil sie es so gewohnt sind und nicht anders kennen. Aber es ist z.B. eine gute Möglichkeit, älteren Kindern anzubieten, ihr Taschengeld durch zusätzliche Aufgaben aufzubessern, die nicht zu den üblichen wöchentlichen Aufgaben gehören (Rasen mähen oder Ähnliches).
  • Eine hilfreiche Strategie ist es, manche Aufgaben zum Familiengesetz zu machen. Zum Beispiel, dass jeder sein Besteck und Geschirr nach dem Essen abräumt oder dass nach der Schule direkt die Brotdose und Trinkflasche in die Küche gebracht und geleert werden. Die Idee der Familiengesetze erklärt Birgit auf dem Blog Muttis Nähkästchen sehr schön. Hier findet ihr den Beitrag: Unsere Familiengesetze – Muttis Nähkästchen.
  • Falls Dich interessiert, welche Aufgaben die Kinder in welchem Alter übernehmen können, dann findest Du hier eine Auflistung mit Infografik dazu: Welche Aufgaben Deine Kinder im Haushalt erledigen können -je nach Alter

 

Motiviere Kinder zur Mithilfe im Haushalt, damit sie ihre Pflichten erledigen
Hilfe im Haushalt durch Kinder, Putzplan zum Download

 

Putzplan, Belohnungssystem, Haushaltsplan oder was?

Die gute Nachricht: ihr müsst nicht sofort das für euch perfekte System finden! Wir hatten schon verschiedene Systeme im Einsatz und man merkt erst mit der Zeit, was gut funktioniert und was nicht. Es kommt vor allem darauf an, dass das System zu euch und zum Entwicklungsstand eurer Kinder passt.

Da sich eure Kinder weiter entwickeln kann sich auch euer System immer mal wieder ändern und ihr könnt damit experimentieren und kreativ sein! Außerdem lernen die Kinder so, dass man ein System, das nicht gut funktioniert, durch ein besseres ersetzen kann. Und sie sehen, wie man nachjustieren sollte, wenn etwas nicht gut läuft und dass man dadurch bessere Lösungen finden kann. Diese Fähigkeiten können ihnen später im Leben entscheidend weiter helfen, sowohl im Beruf als auch bei der Organisation ihres Privatlebens.

  • Für kleinere Kinder, (die noch nicht lesen können), bietet es sich an, die Aufgaben zu visualisieren. Zum Beispiel mit einem Plan, auf dem Symbole für die einzelnen Aufgaben abgebildet sind. Wir hatten eine Zeit lang auf dem Kühlschrank Symbole zu den einzelnen Aufgaben hängen. Die Symbole hatte ich auf Papier ausgedruckt und jeweils ein kleines Stück Magnet-Klebestreifen hinten drauf geklebt. So konnten sie am Kühlschrank hängen und waren verschiebbar. Zusätzlich hingen da noch unsere Namen von oben nach unten angeordnet (bei kleineren Kinder wären Fotos besser). Die Wochentage waren dann oben von links nach rechts aufgelistet. So konnte jeder das Symbol der erledigten Aufgabe rechts neben seinen Namen schieben unter den passenden Wochentag. Das hat die Mädels eine Zeit lang sehr motiviert.
  • Bei größeren Kindern könnt ihr einen Putzplan erstellen, so wie wir es aktuell haben. Unseren Haushaltsplan kannst Du Dir als Newsletter-Abonnent in meiner Schatzkiste runterladen. Das Formular dazu findest Du weiter unten auf der Seite. Auf unserem Putzplan stehen tägliche und wöchentliche Aufgaben. Wir vergeben die Tätigkeiten jeden Sonntag neu für die kommende Woche und die wöchentlichen Aufgaben sollen dann im Laufe der Woche erledigt werden.
  • Du kannst den Putzplan laminieren, damit er mit einem non-permanenten Marker beschriftet und jede Woche wieder verwendet werden kann. Oder ihr rahmt euren Haushaltsplan in einen Bilderrahmen ein, auf dessen Glasoberfläche mit non-permanentem Marker abgehakt wird?

 

Haushalts-Checkliste für gemeinsame Aufgaben, Putzplan Vorlage
Checkliste für Haushalts-Tätigkeiten, Pflichten im Haushalt, Putzplan zum Runterladen

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Motivation: psychologische Tricks, um Kinder zu motivieren

Ich zähle zu denjenigen, die die meisten Haushaltstätigkeiten ungern erledigen. Du auch? Hilfreich wäre es aber schon, wenn wir unseren Kindern zumindest ein bisschen vermitteln können, dass es auch Spaß machen kann. Ein bisschen Motivation kann also nicht schaden. Und ein paar Tricks für mehr Spaß dabei.

  • Dreht die Musik auf und singt alle zusammen mit, während ihr den Putzplan abarbeitet. Das sorgt für gute Laune und lässt die Zeit weniger lang erscheinen.
  • Macht euch ein Hörspiel an oder erzählt euch Geschichten bei den Tätigkeiten im Haushalt (vielen Dank an Jomi für den tollen Tipp!).
  • Überlegt euch, für welche schöne Tätigkeit ihr gemeinsam Zeit habt, wenn der Haushalt erledigt ist. Wir hatten z.B. eine Zeit lang jeden Freitag Abend Pizza selbst gemacht als Belohnung nach dem Putznachmittag. Kleineren Kindern kann man die schöne Tätigkeit dann zwischendurch nochmal in Aussicht stellen, indem man sagt: „Wir wollten doch erst Aufräumen und dann machen wir…“, wenn sie zwischendurch die Motivation verlieren.
  • Betone die gemeinsame Erledigung der Aufgaben. Statt „Mach Deine Aufgaben“ ist ein „Komm, wir machen uns nun an unsere Aufgaben“ hilfreicher. Und es betont, dass es gemeinsame Tätigkeiten für den gemeinsamen Haushalt sind und jeder seinen Beitrag leistet.
  • Aufgaben-Ketten und Routinen sparen Energie. Dabei hängt ihr eine Aufgabe irgendwann im Tagesablauf vor oder noch besser hinter eine Aufgabe, die ihr sowieso schon macht. Also z.B. direkt nach dem Reinkommen (das macht ihr ja sowieso) Mütze, Schal und Handschuhe an ihren Platz räumen. Oder für die Kinder: sofort beim Heimkommen von der Schule die Brotdosen und Trinkflaschen in die Küche bringen (gleich ausleeren, in die Spülmaschine?). Bei uns klappt das sehr gut mit den Mützen, Schals und Handschuhen im Winter, das machen unsere Kinder inzwischen ganz automatisch, dass die in der richtigen Schublade landen sobald sie rein kommen. Das Gute ist: wenn man solche Routinen oft genug in dieser Reihenfolge durchgeführt hat, dann macht man es nachher automatisch. Ohne nachzudenken und man spart sich daher die Energie, sich daran zu erinnern, weil man das gar nicht bewusst muss. Welche Aufgaben werden bei euch nie erledigt? Lassen sie sich im Tagesablauf irgendwo vor oder hinter eine andere Tätigkeit hängen? Zum Beispiel wird VOR dem Tablet/Fernseh schauen immer das Haustier versorgt oder NACH dem Frühstück wird die Spülmaschine ausgeräumt (das macht unsere Mittlere momentan jeden Morgen).
  • Ihr könnt auch Rituale einführen zu welcher Zeit im Tagesablauf etwas gemacht wird, wie z.B. eine 10-Minuten-Aufräum-Runde durch die Zimmer vor dem Abendessen oder Schlafen gehen.
  • Ein gemeinsames Ziel. Das ist gerade am Anfang hilfreich, wenn die regelmäßigen Pflichten erst eingeführt werden. Überlegt euch gemeinsam, was euch allen richtig Spaß machen würde (ein Ausflug, ein Essen, das ihr alle gerne mögt wie z.B. Raclette oder Ähnliches). Dieses Ziel könnt ihr als Belohnung für die problemlose Durchführung der Pflichten in diesem Monat aussetzen. Vielleicht reicht zwischendurch das Ziel als genanntes „Codewort“ aus zur Motivation, wenn ein Kind sich gerade vor einer Aufgaben drücken will.
  • Nutze die Macht der Worte. Denn allein durch die richtige Ansprache kannst Du eine motiviertere Mithilfe der Kinder erreichen. Spreche Dein Kind als „Helfer“ an statt mit dem Verb „helfen“. In Studien zeigte sich, dass 3-6-Jährige Kinder durch eine einfache Variation in der Sprache wesentlich besser mithelfen. * Im Experiment konnte das Kind freiwillig mithelfen und musste dazu ein attraktives Spiel unterbrechen. Sprach der Erwachsene vor der Situation, in der das Kind ihm (oder einem Fremden) helfen konnte, davon, dass Kinder „Helfer“ sind, die mithelfen und dass man ein Helfer sein kann, wenn jemand Hilfe benötigt, dann halfen die Kinder wesentlich mehr mit als wenn der Erwachsene zuvor davon sprach, dass Kinder (mit)helfen und (mit)helfen können, wenn jemand Hilfe benötigt. Ja, der Unterschied ist kaum merklich! Es ging nur darum, das Substantiv „ein Helfer“ zu verwenden statt des Verbs „helfen“! Das bewirkt, dass Kinder sich selbst damit identifizieren und sich selbst als Helfer sehen wollen. Aber Achtung! Wird statt „Helfer“ z.B. „guter Helfer“ verwendet, kann das wiederum negative Effekte haben, weil es eine Wertung beinhaltet. Dann könnte das Kind sich sorgen, ob es gut genug ist und das Helfen daher lieber vermeiden. Durch solche Aussagen wird das statische Selbstbild gefördert. Möchtest Du mehr über das statische Selbstbild erfahren, dann lese diesen Artikel: Wie Dein Kind ein Gerne-Lerner statt eines Lern-Vermeiders wird – und Du auch! Auch wenn dieser Effekt (helfen/ein Helfer sein) bei 3-6-Jährigen erforscht wurde, ist es sicher auch bei jüngeren oder älteren Kindern einen Versuch wert, um sie zu motivieren.
  • Profitiere vom Batman-Effekt! Vier- bis sechs-jährige Kinder konnten in einer Studie eine langweilige Aufgabe länger durchhalten, wenn sie sich vorstellten, dass sie eine andere Rolle übernahmen, wie z.B. die von Batman und sich fragten: „Ist Batman ein guter Helfer?“ (und dabei auch etwas zur Verkleidung trugen, wie z.B. einen Umhang). ** Durch die Selbst-Distanzierung scheint ihre Selbstkontrolle besser zu funktionieren und sie lassen sich weniger durch attraktive Störungen ablenken. Außerdem identifizieren sie sich mit der Heldenfigur, die bestimmt auch besser Versuchungen widerstehen und ihre Ziele erreichen kann. Also lass Dein Kind ruhig mal als Superheld oder als sein Idol durch die Wohnung wirbeln zum Mithelfen!

 

Ich hoffe, dass Du hier ein paar hilfreiche Anregungen gefunden hast. Und dass ihr euch nun ein für euch perfekt funktionierendes System aufbauen könnt. Um Dich zu entlasten und damit Deine Kinder die vielen für sie so wichtigen Fähigkeiten erlernen können.

Das sollte doch unser Ziel sein: unsere Kinder immer selbständiger zu machen, so dass sie auch ohne uns erfolgreich zurecht kommen und sich selbst organisieren können!

Vielleicht hilft euch unsere Putzplan-Vorlage ja auch dabei?

Viel Spaß und Erfolg dabei!

Daniela

 

Hier geht es darum, mit welchen Techniken man Kindern am besten beibringen kann, ihr eigenes Zimmer selbständig aufzuräumen. Wie Dein Kind lernt, selbständig sein Zimmer aufzuräumen

 

Einen wie ich finde sehr interessanten Artikel, in dem es eher um das Mithelfen (oder auch nicht) der Männer im Haushalt geht, von Birgit, die aus Muttis Nähkästchen plaudert, findest Du hier: Ich will nicht, dass mir mein Mann im Haushalt hilft.

Möchtest Du Deine Kinder gerne in ihrer Entwicklung fördern? Z.B. mit Werten wie Ehrlichkeit, Eigenständigkeit, Kreativität, Empathie usw.? Möchtest Du ihnen Deine Liebe so vermitteln, dass sie auch wirklich bei Ihnen ankommt? Dann sind meine Beiträge über Werte interessant für Dich.

Du findest sie hier als Beiträge zum „Werte-Adventskalender“. Aber Werte fördern kann man ja auch unabhängig von der Weihnachtszeit: Werte-Adventskalender für Eltern
* Bryan, C. J., Master, A., & Walton, G.M. (2014). „Helping“ versus „being a helper“: invoking the self to increase helping in young children. Child development, 85 (5), 1836-1842.

** White, R.E., Prager, E.Ol, Schaefer, C., Kross, E., Duckworth, A.L., & Carlson, S.M. (2017). The „Batman Effect“: Improving Perseverance in Young Children. Child Development, 88 (5), 1563-1571.

Kommentare

  1. Pingback: Wie Du Deine Kinder erfolgreicher machst und Dich gleichzeitig entlastest - Liebe und Hirn

  2. Jomi

    Liebe Daniela,
    auch deinen zweiten Artikel habe ich wieder sehr gerne gelesen. Das mit den Bildern zu den Tätigkeiten am Kühlschrank werde ich gleich umsetzen.
    Mein Großer (vier Jahre) überrascht mich immer wieder. Diese Woche meinte er: „Mama, wir spielen `Schnick, Schnack, Schnuck` und wer gewinnt, darf den Tisch decken.“ Ich bin mir sicher, dass es in einigen Jahren heißen wird: „…wer gewinnt, muss den Tisch decken.“ 🙂
    Beim Zimmeraufräumen haperts noch etwas, da probiere ich auf jeden Fall die Batman-Methode. Ein enfaches Fledermauskostüm hatte ich ihm in diesem Jahr zu Fasching gemacht, das passt dann gut. Und ich bin schon sehr auf deinen Artikel dazu gespannt.

    LG
    Jomi

    P.S.: Mir ist die Aufgabe meines Bruders eingefallen. Er musste den Müll raus tragen.

  3. Pingback: Diese 5 Einstellungen stehen Dir und Deinen Kindern im Weg. Was Du dagegen tun kannst! Teil 2 - Liebe und Hirn

  4. Autor
    des Beitrages
    Daniela Galashan

    Liebe Jomi,
    das freut mich sehr, dass Dir dieser Artikel auch gefällt und Du Lust hast, etwas davon umzusetzen!
    „Darf“ den Tisch decken ist doch super! Und vor allem der Gewinner darf, nicht der Verlierer muss es.
    Ich drück euch die Daumen für den Einsatz des Fledermauskostüms! Eine flinke Fledermaus kann ihre Höhle bestimmt auch ganz toll aufräumen.
    Ja, das Zimmer ist gerade für Kinder vor dem Schulalter schon eine Herausforderung, weil sie gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Aber dazu schreibe ich nächste Woche mehr.

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  7. Wiebke

    Der Tipp mit dem „Helfer“ anstatt „helfen“ klingt absolut einleuchtend – ich werde es ausprobieren! Derzeit ist es schwierig, meinen Sohn zum helfen zu motivieren. Ich kann aufgrund meiner Schwangerschaft nicht mehr so viel machen, wie sonst. Ziehe sogar die Unterstützung einer Firma in Betracht, gerade was sowas wie Fensterputzen angeht.

    Danke für deine Ratschläge!

    LG
    Wiebke

    1. Autor
      des Beitrages
      Daniela Galashan

      Liebe Wiebke,

      gerne!
      Ich hoffe, dass es euch hilft mit dem „Helfer“! Das hängt natürlich auch ein bisschen vom Alter Deines Sohnes ab, wie man ihn am besten motivieren kann. Vielleicht plant ihr jeweils etwas Schönes nach dem Mithelfen ein? Da kann ja auch variiert werden, mal geht man danach vielleicht ein Eis essen, ins Freibad oder mal spielt man danach ein Brettspiel oder liest gemeinsam etwas? Oder nach X Tagen guter Mithilfe macht ihr was Schönes gemeinsam, was sich Dein Sohn wünscht?
      Gerade in der Schwangerschaft klingt die Unterstützung einer Firma doch traumhaft! Wenn es möglich ist, dann mach es doch! Ich liebäugele auch immer wieder mit einer Putzhilfe, konnte mich bisher aber noch nicht dazu durchringen, weil es ja auch so ging bisher.

      Alles Liebe!
      Daniela

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