Wie Dein Kind leichter rechnen lernt – durch einfache Anregungen nebenher im Alltag

Rechnen üben mit einfachen Übungen zur Förderung des Verständnisses

Rechnen lernen – kein Problem! Lege im Alltag die Grundlagen dafür

 

Rechnen lernen ist doch einfach! Oder?
In der Serie „Mach Dein Kind stark für die Schule“ (hier ist der erste Artikel: Mach Dein Kind stark für die Schule – welche Fähigkeiten ihm helfen können und wie Du sie förderst) kommt nun nach den Tipps zum Lesen lernen die Hilfestellung wie das Rechnen lernen ganz einfach nebenher im Alltag erleichtert werden kann.

 

Leichter rechnen lernen und Mathe üben für Kindergarten und Schule
So lernt Dein Kind leichter rechnen durch Vorläufer-Fähigkeiten

 

Ein weiterer Aspekt, der Deinem Kind sehr helfen kann im Leben? Wenn es lernt, mit seinen Gefühlen umzugehen. Weil das bedeutend ist für unsere psychische Gesundheit.
Gibt es bei euch immer mal Wutanfälle? Hat Dein Kind Ängste, ist öfter traurig, frustriert oder eifersüchtig? Falls Du darauf in Zukunft souverän reagieren möchtest und erfahren möchtest, wie Du ihm dabei jeweils am besten helfen kannst (vom Säugling bis zum Teenager), dann wäre mein Videokurs perfekt für Dich.
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Mathematische Basiskompetenzen: Entwicklung in Stufen

Um rechnen zu lernen muss ein Kind zunächst einiges verstehen. Dieses Verständnis vollzieht sich in verschiedenen Stufen (siehe *).

Warum diese Stufen wichtig sind? Weil Studien zeigen, dass Kinder, die schlechter waren in den Basis-Kenntnissen der Stufen, später auch schlechter in Mathe waren. Kinder mit Dyskalkulie zeigen auch Probleme in diesen Basis-Kenntnissen.

 

1. Stufe:

Kinder zählen anfangs als ob sie einen Reim aufsagen und sehen noch keine Verbindung zwischen den Zahlen und verschiedenen Mengen. Wenn sie Mengen beschreiben, dann verwenden sie grobe Begriffe wie mehr / weniger / gleich viel.

2. Stufe:

Auf dieser Stufe verstehen Kinder, dass sich die Zahlworte auf Mengen beziehen. Dieses Verständnis ist zum fehlerfreien Zählen nicht nötig. Kinder, die fehlerfrei zählen können, stehen also nicht automatisch auf dieser Stufe. Diese 2. Stufe kann in 2 Phasen unterteilt werden.

  • Stufe 2a: Kinder haben eine grobe Verbindung hergestellt zwischen Zahlen und Mengen. So wissen sie z.B., dass 3, 4 oder 1 „wenig“ sind, 30, 50 oder 70 dagegen „viel“ und 100 oder eine Million „sehr viel“. Zwischen den Zahlen innerhalb einer Kategorie können sie aber noch nicht unterscheiden, so dass für sie 30, 50 oder 70 vergleichbar „viel“ ist. Diese Stufe ist meist mit ca. 3 Jahren erreicht.
  • Stufe 2b: Wenn Kinder oft gezählt haben, dann verstehen sie, dass die Zähldauer identisch ist mit der erreichten Zahl. Damit haben sie verstanden, dass die Zahlenfolge eine aufsteigende Reihenfolge von immer größer werdenden Zahlen ist. Mit diesem Verständnis kann das Kind z.B. sagen, ob 8 oder 9 mehr ist. Und wenn man mit einer höheren Zahl anfängt zu zählen (6, 7, 8, 9), dann wissen sie, dass es sich beim Endergebnis um eine größere Menge handelt als wenn man 1, 2, 3, 4 gezählt hätte. Dass sich Mengen nur ändern, wenn etwas zugefügt oder weggenommen wird und nicht, wenn man die gezählten Dinge anders anordnet, gehört auch mit zum Verständnis dieser Phase. (Testen kann man dieses Verständnis z.B., indem man ein paar Bausteine oder andere Gegenstände erst nah beieinander anordnet und die Kinder zählen lässt und sie dann einfach vor den Augen des Kindes weiter auseinander platziert und das Kind fragt, ob es sagen kann, wie viele es sind. Ist das Verständnis da, dann muss das Kind ja nicht zählen, weil es weiß, dass nichts zugefügt oder weggenommen wurde). Dieses Verständnis ist üblicherweise mit 4-5 Jahren ausgebildet.

3. Stufe:

Auf dieser Stufe haben Kinder ein Verständnis dafür, dass eine Zahl in Teile zerlegt werden kann und dass man dies wiederum mit exakten Zahlen beschreiben kann (z.B. 8 ist 5 und 3). Sie verstehen dann auch, dass sich der Unterschied zwischen zwei Zahlen in einer Zahl ausdrückt (von 5 bis zur 8 sind es 3).

 

Kinder können für verschiedene Zahlenräume auf verschiedenen Stufen sein. So beschreiben Krajewski und Schneider *, dass viele Dreijährige für die Zahlen von 1-4 auf Stufe 2 in der 2. Phase sind (2b), für größere Zahlen aber auf Stufe 2 in der 1. Phase (2a). Für den Zahlenraum zwischen 5 und 9 sind nämlich nur sehr wenige Dreijährige, dafür die meisten Fünfjährigen auf Stufe 2 in der 2. Phase (2b).

 

Ein Hinweis: das Verständnis dieser Phasen muss nicht rein gedanklich sein. Es reicht, wenn die Kinder das Verständnis haben während sie mit konkreten Materialien (Bausteinen, Stiften usw.) rechnen, die sie anfassen können.

 

Weitere wichtige Einflussfaktoren:

Aber auch das Arbeitsgedächtnis und sprachliche Fähigkeiten wie z.B. die phonologische Bewusstheit oder der Wortschatz wirken sich positiv auf den Schulerfolg in Mathe aus (**). Trainierst Du mit Deinem Kind also z.B. die phonologische Bewusstheit (wie im Beitrag zum lesen lernen beschrieben: Wie Dein Kind leichter lesen lernt), dann tust Du gleichzeitig sogar auch etwas für seine Mathe-Leistung.

 

Zwei wichtige Aspekte spiele noch gerade beim Fach Mathe mit rein: 1.)die Vorannahme, die man über das Rechnen und das Schulfach Mathe hat. Und 2.)die Einstellung, die man Rechenaufgaben gegenüber entwickelt (z.B. sie als Knobel-Möglichkeiten oder Überforderung ansehen). In diesem Bereich hilft ein flexibles Selbstbild („ich kann es immer besser, je mehr ich übe“) enorm und ein statisches Selbstbild („manche sind eben gut in Mathe, andere nicht, das lässt sich nicht ändern“) kann großen Schaden anrichten. Durch ein statisches Selbstbild kann es passieren, dass das Kind gleich schon gedanklich abblockt und gar nicht anfängt, eine Aufgabe zu lösen. Weil es denkt, dass es eben einfach nicht gut in Mathe ist und es auch nicht werden kann. Wenn Dich interessiert, wie Du Deine Kinder mit Hilfe des flexiblen Selbstbildes zu „Gerne-Lernern“ machen kannst, dann lese hier mehr darüber: Wie Dein Kind ein Gerne-Lerner statt eines Lern-Vermeiders wird – und Du auch!

Grundlagen fördern fürs Rechnen lernen für Familien
Mathe kein Problem! Leichter rechnen lernen durch Grundlagen im Kindergarten und Vorschulalter

 

Tipps zur einfachen Umsetzung im Alltag:

  • Öfter mit den Kindern (auch im Kleinkindalter schon) im Alltag zählen. Beim Anziehen die Knöpfe, beim Treppen steigen die Stufen, alles Mögliche im Alltag (wie viele Stein-Reihen die Mauer wohl hat? Oder wie viele Kühe auf der Weide stehen? Wie viele Etagen hat das Hochhaus? Je nach Lebensumfeld). Sogar das sichere Zählen „wie ein Reim“ scheint zu helfen, denn eine Studie fand, dass 6-jährige Kinder, die möglichst schnell von 1-10 zählen konnten, 6 Monate später besser waren in Mathe als die langsamer zählenden Kinder (***). Es ist auch hilfreich, wenn die Kinder weiter zählen können, auch wenn nicht bei 1 begonnen wird sondern bei einer größeren Zahl.
  • Immer mal mit den Kindern rückwärts zählen, damit sie auch das gut können.
  • Vielleicht kann das Kind den großen Nachbarn einer Zahl nennen, der nach ihr kommt? Noch schwieriger: den kleinen Nachbarn, der vor der Zahl kommt. Man könnte zusammen „Nachbarn finden“ spielen und jeder darf der Reihe nach eine Zahl sagen, zu der die anderen die große und/oder kleine Nachbarzahl sagen sollen.
  • Zahlen überspringen: mit den Kindern gemeinsam zählen, indem z.B. jeder der Reihe nach eine Zahl sagt. Man kann Kindergartenkindern auch sagen, dass dabei bei zwei Personen jeweils einer die geraden und einer die ungeraden Zahlen hat. Und dass man etwas mit gerader Anzahl zu zweit gerecht aufteilen kann, eine ungerade Anzahl aber nicht.
  • Im Alltag öfter nebenher Mengen und deren Verhältnis zueinander beschreiben. Zum Beispiel, dass man nun „doppelt so viel“ oder „nur noch die Hälfte“ von etwas hat. Wenn die Kinder bald wissen, wie viel das Doppelte oder die Hälfte einer (geraden) Zahl ist, dann hilft ihnen das auch beim Rechnen. Auch beim Kochen lassen sich Mengen gut beschreiben. Zum Beispiel wenn abgewogen wird (nun haben wir 200 Gramm auf der Waage, das ist die Hälfte der 400g, die wir brauchen). Oder bei Pizza oder Kuchen (Viertel, halbe, dreiviertel Pizza, X-tel bei X Kuchenstücken) .
  • Mengen schätzen. Bei kleineren Kindern erstmal mit kleinen Mengen (bis 5). Also z.B. bei 4 Dingen fragen, wie viele es sind. Kann das Kind einen größeren Zahlenraum erfassen, dann kann man Mengen schätzen, die auf den ersten Blick nicht zählbar sind und schauen, wer näher dran liegt. Wie viele Kirschkerne liegen auf dem Teller? Wer kann die Nudeln auf einem Löffel schätzen? Wie viele Autos könnten auf dem (kleineren) Parkplatz stehen? Interessanterweise helfen auch solche Aufgaben mit „nicht exakten“ Mengen den Kindern, danach besser in Aufgaben abzuschneiden, in denen exakt gerechnet werden muss ****.
  • Mit den Kindern teilen und schauen, wie und ob man bestimmte Mengen untereinander aufteilen kann. Wer hat dann wie viel? Kann man es gerecht aufteilen? Gut teilen lässt sich natürlich mit 6, 12 oder 24 Dingen. Finden die Kinder verschiedene Möglichkeiten, die Menge aufzuteilen?
  • „Wer hat mehr?“ Bei diesem Spiel kann man jeweils mit einem Würfel würfeln und schauen, wer die größere Zahl hat. Später kann dann mit zwei Würfeln gewürfelt werden und gerechnet werden, wer nun mehr hat. Wie viel hat der eine denn mehr als der andere? Oder man nutzt das „Spiel“ zum Subtrahieren und zieht jeweils eine (die kleinere!) Zahl von der anderen (größeren) Zahl ab. Wer hat nun mehr? Dabei kriegen die Kinder auch ein Gefühl für Mengen. Sie erkennen z.B. dass mehr übrig bleibt, wenn man eine große und eine kleine Zahl hat, als wenn man zwei große Zahlen hat… Auch im Alltag kann man Mengen vergleichen und schauen, wo mehr und wo weniger ist.
  • Eine Abwandlung des „Wer hat mehr“-Spiels: statt die Würfelmengen zu nehmen kann man auch auf Zettel Zahlen schreiben (1 bis 10 oder bis 20 oder höher, je nach Stand des Kindes). Dann ziehen zwei Mitspieler jeweils eine Zahl. Wer die größere hat, der bekommt den Zettel mit der unterlegenen Zahl. Wer am Ende am meisten Zettel hat, hat gewonnen.
  • Zum Rechnen mit Geld habe ich hier einen Tipp für Dich, ein bei Kindern sehr beliebtes Spiel, das Geldspiel: Geldwerte verstehen, Addieren und Geld wechseln üben mit Spaß!

 

Alles Liebe!

Daniela

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Literaturverzeichnis:

* Krajewski, K., & Schneider, W. (2009). Early development of quantity to number-word linkage as a precursor of mathematical school achievement and mathematical difficulties: Findings from a four-year longitudinal study. Learning and Instruction, 19, 513-526.

** LeFevre, J.-A., Berrigan, L., Vendetti, C., Kamawar, D., Bisanz, J., Skwarchuk, S.-L., & Smith-Chant, B. L. (2013). The role of executive attention in the acquisition of mathematical skills for children in Grades 2 through 4. Journal of Experimental Child Psychology, 114, 243-261.

*** Passolunghi, M. C., Vercelloni, B., & Schadee, H. (2007). The precursors of mathematics learning: Working memory, phonological ability and numerical competence. Cognitive Development, 22, 165-184.

**** Hyde, D. C., Khanum, S., & Spelke, E. S. (2014). Brief non-symbolic, approximate number practice enhances subsequent exact symbolic arithmetic in children. Cognition, 131, 92-107.

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